Was bedeutet ReMIC?

Akronym

ReMIC steht für Regensburg - Medical Image Computing, also Medizinische Bildverarbeitung in Regensburg.

Was macht das ReMIC?

Im ReMIC werden softwarebasierte Methoden und Algorithmen entwickelt mit dem Ziel, medizinische Bilddaten zu analysieren und dabei diagnostisch oder therapeutisch relevante Informationen zu gewinnen. Medical Image Computing (MIC) stellt also den Verarbeitungsschritt nach der Bildgebung dar und ist insofern von der eigentlichen Bildgebung zu unterscheiden.

 

Die Zahl der Bilddaten in der Medizin steigt seit Jahren dramatisch mit der Verfügbarkeit immer neuer Bildgebungsmöglichkeiten. Die Analyse dieser Bilddaten ist ein entscheidender Schritt in der Kette von der Aufnahme bis zur Diagnose und Therapie. Vorteil der Methoden des MIC ist, dass die extrahierten Informationen objektiv sind und deterministisch bestimmt werden. Die Schwierigkeit besteht allerdings darin, dass medizinische Bilddaten in hohem Maße variabel sind:

Variabilität bzgl. der Zeit

Eine Person sieht nie exakt identisch zu verschiedenen Zeitpunkten aus. Beispiel: Aufnahmen zu verschiedenen Zeiten des Atemzyklusses.

Variabilität bzgl. des Individuums

Jeder Mensch ist einzigartig. Das schlägt sich auch in den Bilddaten nieder. Beispielsweise unterscheiden sich die Aufnahmen des Gehirns zweier Menschen fundamental, obwohl der gleiche Teil des Körpers dargestellt wird.

Variabilität bzgl. der verwendeten Bildgebung

Man unterscheidet eine Vielzahl von Aufnahmemethoden (bildgebende Modalitäten), die z.B. ein Organ völlig unterschiedlich darstellen. Jede Bildgebung hat eine eigene Charakteristik und selbst das gleiche Aufnahmegerät kann durch Veränderung der Parameter während der Aufnahme sehr unterschiedliche Bilder liefern, die jeweils bestimmte Informationen oder Gegenheiten hervorheben und messen.

 

Die Herausforderung des MIC ist damit, die Software robust gegenüber solchen Variabilitäten zu machen, die enthaltenen Informationen zu finden und dem Arzt geeignet zu präsentieren. Damit ist MIC ein interdisziplinäres Feld mit einem engen Dialog zwischen der Informatik und der Medizin. Die Aufgabenfelder sind grob gegliedert in die Bereiche

Segmentierung

Lokalisieren und genaues Abgrenzen von relevanten Objekten wie Organen oder Gewebearten

Registrierung

Fusion von Aufnahmen morphologisch passender Strukturen, indem die oben genannten Variabilitäten gezielt aus den Daten herausgerechnet werden. Damit lassen sich z.B. eine Untersuchung und eine spätere Folgeuntersuchung direkt miteinander vergleichen, um die relevanten Unterschiede hervorheben.

Klassifikation

Einteilung der gefundenen Objekte in vordefinierte Klassen: im einfachsten Fall gesund/krank

Visualisierung

Letztlich ist der Arzt bzw. die Ärztin die einzig relevante Instanz, um entsprechende Konsequenzen aus der Bildanalyse zu ziehen. Deshalb ist die nachvollziebare Präsentation der Ergebnisse ein nicht zu unterschätzender Teil des MIC.

Wie ist das ReMIC in die Hochschullandschaft eingebunden?

Das ReMIC ist ein Labor der Fakultät Informatik und Mathematik der OTH Regensburg und bildet mit seinen Inhalten einen Schwerpunkt des Bachelorstudiengangs Medizinische Informatik und des Masterschwerpunkts Medizinische Informatik. Die Forschung des ReMIC ist interdisziplinär ausgerichtet, insbesondere an der Schnittstelle zur Medizin.

 

MIC ist aber auch ein wichtiges Bindeglied innerhalb der Medizintechnik insbesondere zwischen der Bildgebung und der Interventionsplanung und -durchführung. Deshalb sind die Forschungsaktivitäten des ReMIC Bestandteil des Regensburg Center of Biomedical Engineering (RCBE). Das RCBE ist eine gemeinsame Einrichtung der OTH Regensburg und der Universität Regensburg und verbindet die Forschung der Medizinischen Informatik mit den Ingenieurswissenschaften und der Medizin am Standort Regensburg.

 

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